Freiheit des Denkens

Schlesische Volkslieder mit Melodien : aus dem Munde des Volks gesammelt

Die Gedanken sind frei

Druck und Verlag von Breitkopf und Härtel - 1842

1. Die Gedanken sind frei,
Wer kann sie errathen?
Sie fliegen vorbei
Wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen,
Kein Jäger sie schießen.
Es bleibet dabei:
Die Gedanken sind frei.

(Hoffmann von Fallersleben, Ernst Richter)
(https://de.wikipedia.org/wiki/)

Gedankenfreiheit, Gewissensfreiheit und Religionsfreiheit

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verbürgt in ihrem Artikel 18 die Gedanken‑, Gewissens- und Religionsfreiheit.

Mit der Gewissens- und Gedankenfreiheit wird jedermann garantiert, dass er seine Gedanken und sein Gewissen bilden darf, ohne hierbei staatlichem Zwang ausgesetzt zu sein. Artikel 18 verbietet nicht die Prägung des Gewissens durch Erziehung und Sozialisation. Aber er verbietet Zwang und unbewusst wirkende Einflussnahmen und Manipulationen.

(www.menschenrechtserklaerung.de)

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland

Auszug aus den Grundrechten

Artikel 1

(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

(www.bundestag.de/gg)

Kampagnenfilm 70 Jahre Grundgesetz

"Mein Deutschland. Ich lebe hier auf gutem Grund."

"Mein Deutschland. Ich lebe hier auf gutem Grund."

Der Kampagnenfilm feiert Menschen, die einzigartig sind im Hinblick auf Alter, Beruf, Religion und Herkunft und die sich alle in den Werten des Grundgesetzes wiederfinden: Salwa Houmsi, Journalistin, Larissa Sirah Herden (Lary), Sängerin, Aya Jaff, Programmiererin, Zeina Nassar, Boxerin, Lucas Gregorowicz, Schauspieler, Kelvin Boakye (Serious Klein), Rapper, und Margot Friedländer.

(www.deutschlandstiftung.net)

Resolution der Generalversammlung

217 A (III). Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Artikel 18

Jeder hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht schließt die Freiheit ein, seine Religion oder seine Weltanschauung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Weltanschauung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Kulthandlungen zu bekennen.

(183.Plenarsitzung - 10. Dezember 1948 )
(www.un.org)

Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten

Europäische Menschenrechtskonvention

Artikel 3 – Verbot der Folter

In ihrem Artikel 3 gewährleistet die Menschenrechtskonvention ein weiteres grundlegendes Menschenrecht: das Verbot der Folter.

Artikel 3 EMRK verbietet jegliche Form der Folter oder einer erniedrigenden oder unmenschlichen Behandlung. Dieses Verbot gilt absolut, selbst in Fällen von Aufruhr und Krieg darf hiervon — anders als nach Art. 15 EMRK bei den anderen in der Menschenrechtskonvention gewährleisteten Menschenrechten — keine Ausnahme gemacht werden. Das Verbot von Folter und erniedrigender Behandlung ist mithin notstandsfest.

Und das Verbot von Folter sowie von erniedrigender oder unmenschlicher Behandlung gilt auch im Übrigen einschränkungslos. Auch zum Zwecke der Rettung eines anderen Menschenlebens ist die Anwendung oder auch nur Androhung von Folter unzulässig.

(www.menschenrechtskonvention.eu)

Freidank

Dreizehntes Jahrhundert

Diu bant mac nieman vinden,
diu mine gedanke binden.
Man vahet wip unde man;
gedanke nieman gevahen kan.

Die Bänder wird niemand finden,
die meine Gedanken binden.
Man fanget Weib und Mann,
Gedanken niemand fangen kann.

(Deutsche Literaturgeschichte in Biographien und Proben aus allen Jahrhunderten)

Zitate von Albert Schweitzer - Denken

Menschen

»Nur wenig von der vielen Grausamkeit, die von Menschen geübt wird, kommt wirklich auf Kosten grausamer Triebe. Das meiste davon fließt aus übernommener Gewohnheit und aus Gedankenlosigkeit. Die Grausamkeit hat also keine sehr festen, aber weit verzweigte Wurzeln. Darum macht es so viel Mühe, sie auszurotten. Aber die Zeit muss kommen, wo die von Gewöhnung und Gedankenlosigkeit geschützte Nichtmenschlichkeit der vom Denken verfochtenen Menschlichkeit erliegen wird. Arbeiten wir daran, dass sie kommt.«

»Die Menschen der Zukunft werden die sein, die ihre Herzen in ihren Gedanken sprechen lassen.«

»Gewöhnlich sind in den Menschen alle guten Gedanken als Brennstoffe vorhanden. Aber vieles von diesem Brennstoff entzündet sich erst oder erst recht, wenn eine Flamme oder ein Flämmchen von draußen, von einem anderen Menschen in ihn hineinschlägt.«

(www.albert-schweitzer-stiftung.de)

GENERAL COMMENT ADOPTED BY THE HUMAN RIGHTS COMMITTEE UNDER ARTICLE 40, PARAGRAPH 4, OF THE INTERNATIONAL COVENANT ON CIVIL AND POLITICAL RIGHTS

Addendum

General comment No. 22 (48) (art. 18)*

1. The right to freedom of thought, conscience and religion (which includes the freedom to hold beliefs) in article 18 (1) is far-reaching and profound; it encompasses freedom of thoughts on all matters, personal conviction and the commitment to religion or belief, whether manifested individually or in community with others. The Committee draws the attention of States parties to the fact that the freedom of thought and the freedom of conscience are protected equally with the freedom of religion and belief. The fundamental character of these freedoms is also reflected in the fact that this provision cannot be derogated from, even in time of public emergency, as stated in article 4 (2) of the Covenant.

* Adopted by the Committee at its 1247th meeting (forty-eighth session, on 20 July 1993.

2. Article 18 protects theistic, non-theistic and atheistic beliefs, as well as the right not to profess any religion or belief. The terms belief and religion are to be broadly construed. Article 18 is not limited in its application to traditional religions or to religions and beliefs with institutional characteristics or practices analogous to those of traditional religions. The Committee therefore views with concern any tendency to discriminate against any religion or belief for any reasons, including the fact that they are newly established, or represent religious minorities that may be the subject of hostility by a predominant religious community.

3. Article 18 distinguishes the freedom of thought, conscience, religion or belief from the freedom to manifest religion or belief. It does not permit any limitations whatsoever on the freedom of thought and conscience or on the freedom to have or adopt a religion or belief of one’s choice. These freedoms are protected unconditionally, as is the right of everyone to hold opinions without interference in article 19 (1). In accordance with articles 18 (2) and 17, no one can be compelled to reveal his thoughts or adherence to a religion or belief.

...

(www.digitallibrary.un.org)